Möbelbau ist ein für jeden Ausbau ein sehr individuelles und umfangreiches Thema. Wir werden uns daher kurz fassen und auf die wichtigsten Entscheidungen und Tipps für eure perfekten Camper-Möbel eingehen.

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Welche Möbel brauche ich?

Die Antwort auf diese Frage richtet sich nach euren Interessen, dem Ausbaustandard und eurem Camper-Lifestyle-Plan, d.h. verbringt ihr mehrere Wochen / Monate in eurem Van oder maximal ein paar Tage? Fragt euch zuerst, was ihr unbedingt benötigt und auf was ihr keinesfalls verzichten wollt.

Möbel der richtige Standort

Den Standort eurer Möbel solltet ihr direkt nach dem Einbau der Bodenplatte planen und z.B. mit Klebeband auf dem Boden eures Campers anzeichnen. Tragt hier die gewünschten Maße und auch die Höhen an, um ein Gefühl für den späteren Raum zu bekommen. Manche Möbeltypen sind wahre Platzfresser und lassen den Innenraum später kleiner erscheinen.

Wir haben beim Bau unserer Küche z.B. darauf geachtet, dass man bequem zu zweit nebeneinander stehen und kochen kann. Ebenso haben wir darauf geachtet, dass bei offener Schiebetüre keine Kanten oder Hindernisse im Weg sind, welche das Ein- oder Aussteigen behindern. Außerdem könnt ihr gemeinsam nebeneinander auf dem Camper-Bodensitzen und eure Füße aus dem Fahrzeug baumeln lassen. Für uns ein deutlicher Pluspunkt an Komfort.

Materialien

Gewicht spielt beim Camper-Ausbau eine große Rolle! Je weniger Gewicht, desto mehr könnt ihr zuladen und umso geringer fällt euer Spritverbrauch aus. Vor allem bei eurem Möbeln könnt ihr einige Kilogramm an Material-Gewicht einsparen, z.B. durch kluge Leicht-/Skelettbauweisen oder multifunktionalen Möbeln.

Wir haben uns für Fichtenholz entschieden, da dieses sehr leicht und gut zu verarbeiten ist. Durch eine insgesamt kluge Bauweise haben wir nach dem fertigen Ausbau ein Gesamtgewicht von ca. 2.700 kg erreicht und lagen deutlich unter den maximalen 3.500 kg.

Konstruktion der Möbel

Bei der Konstruktion haben wir Holzzuschnitte aus Fichte, Spanplatten oder leichte Multiplex Platten aus Holz verwendet. Unsere Möbel haben wir alle direkt mit der Bodenplatte und der Karosserie unseres Campers verbunden. Dabei haben wir über Skelettbauweise die Grundkonstruktion des Möbel-Körpers gebaut, den wir mit Stahlwinkel* befestigt haben. Wir haben vor allem auf eine leichte Bauweise mit viel Stauraum-Möglichkeiten geachtet, denn Stauraum ist King! Und das können wir euch nach vielen verschiedenen Reisen (auch mit Kind) bestätigen 😉

Welche Möbel haben wir gebaut?

Bett-Sitzbank-Kombination

Das Bett haben wir als U-förmige Sitzbank an den Hintertüren unseres Campers angeordnet und mit Hilfe eines drehbaren Tischfuß* kann das Bett jederzeit von einer Sitzbank zu einer ebenen Liegefläche umgestaltet werden. So hat man Bett, Bänke und Tisch + Stauraum (darunter) als ein einziges Möbelstück! Diese Variante bietet euch Platz, Komfort und jede Menge Stauraum. Um an regnerischen Tagen oder nachts an den Stauraum zu gelangen, haben wir uns für eine öffenbare Abdeckung entschieden. Das war eine der besten Entscheidungen! Um genug Stabilität zu erreichen, haben wir uns für Spandruckplatten entschieden und diese mit einem Holzschutzlack* imprägniert.

Küchenblock-Möbel

Die Möbel für den Küchenblock haben wir aus Holzlatten (Fichte) und in Skelettbauweise hergestellt. Dabei haben die alle Einbauten (Geräte, Tank, etc.) berücksichtigt. Türen oder Verblendungen könnt ihr mit den leichten Multiplex-Platten bauen. Diese lassen sich gut verarbeiten und verziehen sich bei Bewegung nicht zu viel. Mit einfachen Scharnieren* könnt ihr an jeder beliebigen Stelle eine Tür einbauen.

Tipp: Türgriffe und Scharniere sind meist mit Schrauben zu befestigen, wählt also eure Platten mindestens so dick, dass ihr diese mit kurzen Schrauben vollständig durchst0ßen könnt, ohne diese einkürzen zu müssen.

Hängeschrank

Unser Hängeschrank ist eines unseren Lieblings-Möbelstücke. Warum? Na weil er passgenau in die Fahrzeugkarosserie einbindet und maximalen Stauraum bietet. Zudem ist es optisch sehr ansprechend gestaltet. Zu Beginn haben wir die maximale Länge und Höhe des Schranks festgelegt. Achtet hierbei darauf, dass ihr in Sitzposition inkl. Matratze bequem unter dem Schrank sitzen könnt. Nichts ist unangenehmer, als mit schrägem Hals an einem Tisch zu sitzen 😀

Um die Wände exakt auf die Karosserie zuzuschneiden, haben wir zuerst drei Schablonen aus Pappe gebastelt. Nachdem diese genau gepasst haben, wurden die Formen auf das Holz übertragen und so Stück für Stück der Schrank zusammengebaut. Am Ende haben wir noch zwei Öffnungen mit innenliegende Schrankscharnieren* gebaut, um den Hängeschrank bequem von außen öffnen zu können.

Gewürzregal

Eine weitere Sonderanfertigung war unser herausziehbares Gewürzregal. Hier haben wir einfach Schubladenführungen genutzt und ein schmales Regal gebaut, ohne wirklich einen Plan zu haben 😀 Wozu wir euch motivieren möchten? Einfach mal kreativ sein und ausprobieren! Und wer weiß, vielleicht entsteht daraus etwas Wunderschönes.

Was sagt der TÜV zu Möbel?

Bereits im Vorfeld haben wir mit dem TÜV über die geplanten Möbel gesprochen. Im Wesentlichen muss die Sicherheit der Personen bei Bremsvorgängen oder einem Aufprall gewährleistet werden, d.h. es dürfen keine Möbel oder Möbelstücke zur Fahrerkabine fliegen. Hängeschränke sind hier z.B. sehr gefährlich und müssen gut befetigt sein bzw. in die Fahrzeugkarosserie einbinden. Zusätzlich bietet sich eine Trennwand zwischen Innenraum und Fahrerkabine an, um fliegende Gegenstände zu stoppen. Wenn ihr auf diese Aspekte achtet und früh genug mit dem TÜV kommuniziert, ist die Abnahme in wenigen Minuten vollzogen!

Wir hoffen dieser Beitrag hat euch gefallen 🙂

Zeit den Hammer zu schwingen!

Euer Pinguin & Fuchs

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